Rezept zum GlücklichseinChansons von Edmund Nick und Erich Kästner.Man gebe einen Schuß Werner Finck und eine Prise Aldo von Pinelli hinzu und würze es mit einer Messerspitze Tucholsky. Fertig ist das Rezept zum Glücklichsein. ab 2004 D/A/CH Musik von Edmund Nick Songtexte: E. Kästner, K. Tucholsky, M. Kaléko u.a. Konzept und Zwischentexte: Susanne Brantl Regie: Joseph Hannesschläger Dagmar Nick: "Susanne Brantl gehört zu der heute fast ausgestorbenen Spezies der Diseusen: eine Chansonette, die nicht nur darstellerische Präsenz, Musikalität und das gewisse Augenzwinkern mitbringt, sondern auch eine Stimme, die sämtliche Register zu ziehen versteht... Sie ist die geborene Chansonette, und in einem Atem zu nennen mit ihren berühmten Vorgängerinnen wie Tatjana Sais, Ursula Herking und Lore Lorentz." Die Schriftstellerin Dagmar Nick überließ der Münchner Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin Susanne Brantl an die hundert Chansons ihres Vaters, um diese lange vernachlässigten Werke neu zu interpretieren. Edmund Nick (1891-1974) ein Rundfunkpionier der ersten Stunde wirkte als Professor an der Hochschule für Musik in München und war Chefdirigent der Bayerischen Staatsoperette. Er komponierte berühmte Filmmusiken, Operetten, Klavierwerke und Kammermusik doch seine große Liebe galt dem Chanson! U.a. Aldo von Pinelli, Mascha Kaléko und Werner Finck schrieben Texte für diesen feinnervigen und vielseitigen Komponisten, vor allem aber Erich Kästner, mit dem er seit 1929 zusammenarbeitete ehe beide von den Nationalsozialisten verboten wurden. Das Künstlerteam gründete 1946 das erste deutsche Nachkriegskabarett Die Schaubude und gemeinsam schufen sie über 60 zeitlos aktuelle Kabarettsongs. Der überwiegende Teil dieser Chansons ist nur als Autograph im Hausarchiv von Dagmar Nick erhalten. Dort fand sich auch ein lange verschollenes Chanson von Erich Kästner "Leises Besäufnis", das zum ersten Mal seit beinahe 70 Jahren wieder zu hören sein wird. Begleitet von dem international renommierten Pianisten Gerold Huber entstand der kabarettistische Chansonabend mit Liedtexten von Mascha Kaléko, Herbert Witt, Kurt Tucholsky, Aldo von Pinelli und selbstverständlich Erich Kästner. Die geistvolle, harmonisch und klanglich preziös pointierte Musik Edmund Nicks verdient es, wieder entdeckt zu werden ... Die Tochter des Komponisten, die Schriftstellerin und Lyrikerin Dagmar Nick, hatte im Herbst 2002 Susanne Brantl bei einem Chansonabend gehört. Sie sandte der Sängerin einige Noten ihres Vaters mit den Worten: "Endlich habe ich die Stimme gefunden, die einzig solche Songs noch singen kann." Ein Satz der natürlich verpflichtet!. Weiter schrieb sie: "Diese Lieder werden Ihnen Freude machen" und (in Anspielung auf die über 60 Chansons die Erich Kästner und Edmund Nick gemeinsam geschaffen haben): "Ich habe noch mehr davon!" Susanne Brantl war begeistert. Die Damen freundeten sich an und sie beschlossen, diese lang vernachlässigten Werke dem heutigen Publikum zugänglich zu machen. Als Begleiter konnte der international renommierte Pianist Gerold Huber gewonnen werden. Dieser erkannte sofort den Wert dieses auch pianistisch äußerst anspruchsvollen Juwels. Pressestimmen ... Live auf der Bühne kann Susanne Brantl - die schon mit Song-Abenden von Kurt Weill und Noël Coward brillierte - neben ihrem glockenhellen Sopran aus ihrem Charme und schauspielerischen Qualitäten komisches Kapital schlagen. Von der Femme fatale über die untreue Ehefrau bis zu Klabunds trauriger Göre hat sie mit Leichtigkeit alles drauf, macht aus den Liedern verschiedenster Autoren zauberhafte Miniaturen skurriler Typen und ihrer Weltsicht. AZ, München ... Das Programm spricht eindeutig für Susanne Brantl, die Lore Lorentz einstreut und Helena von Fortenbach, die Aldo von Pinelli nicht vorträgt, sondern frisch interpretiert. Es hätte vielen Reichenhallern gut getan, wären sie angetreten, um sich das "Rezept zum Glücklichsein" abzuholen. Reichenhaller Tagblatt ... Nun gilt das vergnügte Staunen an diesem Abend nicht nur den Chansons, es gilt auch und ganz besonders Susanne Brantl. Blitzschnell die Spielart wechselnd, spricht und singt sie sich durch diese kleinen Welten der Wunschträume, der Seufzer, der Geständnisse, der Moralpredigten und auch des Widerspruchs gegen all das. Sie versteht sich auf das Doppelspiel. Während sie nämlich alles wirklich ist, die säuerliche Zimmervermieterin, die abgeklärte Barfrau, die Kleptomanin, die fröhlich durch die Kaufhäuser zieht, signalisiert sie durch einen leichten Augenaufschlag, eine kaum wahrnehmbare Geste, eine winzige Körperbewegung, dass hier eine Diseuse ihre Rollen vorführt. Landshuter Zeitung |